Die Idee entstand aus einer ganz alltäglichen Situation: Im Flur ihrer Familie fehlte ein praktisches Möbelstück für Dinge, die sonst schnell herumliegen — zum Beispiel Sonnenbrillen, Regenschirme, Einkaufstaschen oder Handschuhe. Aus ersten Skizzen entwickelte Marie-Louise ein modernes Stauraummöbel, das nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch spannend sein sollte. Da ihr ein schlichtes Möbel zu langweilig war, entschied sie sich für schräg gesägte Türen und die Kombination verschiedener Hölzer. So entstand der passende Name: „Firlefanz-Sammler“.
Massivholz, schräge Fronten und viel Stauraum
Gebaut wurde das Projektmöbel komplett aus Massivholz. Marie-Louise verwendete Eiche und Nussbaum. Der Wechsel zwischen hellen und dunklen Holzflächen sorgt für einen spannenden Kontrast und macht die Front zu einem echten Blickfang. Besonders prägend sind die vier schräg gesägten Türen, die dem Möbel eine moderne und lebendige Optik verleihen.
Auch konstruktiv steckt viel handwerkliche Arbeit im „Firlefanz-Sammler“: Der Korpus ist oben gezinkt, die weiteren Korpusteile wurden mit Lamellos verbunden. Im Inneren befinden sich zwei Konstruktionsböden, zwei hängend geführte Schubladen sowie mehrere Stauraumfächer. Die Schubladen wurden von Hand gezinkt und ebenfalls hängend geführt.
Die äußeren Türen sind mit Lappenbändern befestigt, die beiden inneren Türen mit Topfbändern. Die Rückwand wurde sauber eingenutet, schwarze lackierte Metallfüße sorgen für einen stabilen Stand und unterstreichen die moderne Gestaltung.
Umsetzung in der Werkstatt
Nach der Planung in der Berufsschule ging es bei uns in der Werkstatt an die praktische Umsetzung — aus Skizzen, Zeichnungen und Ideen wurde Schritt für Schritt ein echtes Möbelstück. Der Arbeitsablauf reichte von der Holzauswahl über Zuschnitt, Abrichten, Fügen und Hobeln bis hin zum Verleimen, Fräsen, Schleifen und Ölen.
Besonders anspruchsvoll waren die klassischen Holzverbindungen. Die Schubkastenteile wurden exakt angezeichnet, die Zinken und Schwalben hergestellt und anschließend passgenau zusammengefügt. Die Schwalben am Korpus wurden mit der CNC vorgefräst, danach jedoch von Hand ausgestemmt. Auch beim Verleimen waren Genauigkeit, Maßhaltigkeit und saubere Winkel entscheidend.
Zum Schluss folgten die Feinarbeiten: Türen einpassen, Bänder einlassen, Topfbänder und Grundplatten befestigen, Schubladen einpassen, Griffe und Füße montieren sowie die Oberflächen schleifen und ölen. Die Möbelinnenseite wurde einmal geölt, alle anderen Teile zweimal. Dadurch kommt die natürliche Maserung der unterschiedlichen Hölzer besonders schön zur Geltung.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Gesellenstück
Das Projektmöbel ist für Auszubildende ein wichtiger Meilenstein. Es verbindet Gestaltung, technisches Zeichnen, Materialverständnis und handwerkliche Präzision — und ist gleichzeitig eine wertvolle Vorbereitung auf das spätere Gesellenstück.
Mit ihrem „Firlefanz-Sammler“ hat Marie-Louise gezeigt, wie aus einer ersten Idee, vielen Skizzen und sorgfältiger handwerklicher Arbeit ein individuelles Möbelstück entsteht. Das Ergebnis ist ein modernes Flurmöbel, das praktisch ist und gleichzeitig durch seine Gestaltung und die Kombination verschiedener Holzarten überzeugt.
Wir freuen uns sehr über das gelungene Projekt und sind stolz darauf, Marie-Louise auf ihrem Weg zur Schreinerin begleiten zu dürfen.
Liebe Marie-Louise,
wir gratulieren dir herzlich zu deinem gelungenen Projektmöbel! Mit deinem „Firlefanz-Sammler“ hast du gezeigt, wie viel Kreativität, handwerkliches Können und Liebe zum Detail in deiner Arbeit steckt.
Wir sind stolz auf dein tolles Ergebnis und wünschen dir weiterhin viel Freude und Erfolg auf deinem Weg zur Schreinerin!
Dein PINTER-Team
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